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Astronomische Instrumente

Prof. Dr. Ralph Neuhäuser
rne@astro.uni-jena.de

Astrophysikalisches Institut und Universitäts-Sternwarte
Schillergäßchen 2
07743 Jena
Deutschland

Tel.: +49 (0) 3641 947 500

nicht öffentlich – nur nach Voranmeldung

 

Astronomische Instrumente

Astronomische Sammlung am Astrophysikalischen Institut und Universitäts-Sternwarte

Wie wählt man einen Standort für ein Observatorium aus, damit man von dort die beste Sicht auf den Sternenhimmel hat?
Diese Frage stellte sich auch Johann Wolfgang Goethe, der sich sehr für Himmelskunde interessierte. In seinem Gartenhaus hatte er ein Teleskop aufgestellt, durch das er regelmäßig den Mond beobachtete. Das wissen wir heute zum Beispiel aus Goethes Tagebüchern.
Im Jahr 1811 schrieb er zur Frage des besten Standortes für ein Observatorium: "Man musste sich vielmehr nach einem Platz umsehen, auf ebener Erde und über Steingrund gelegen, um sichere Fundamente zu erhalten; von ziemlich freier Aussicht nach den meisten Himmelsgegenden, von ganz freier aber nach wenigstens einer Seite des Meridians zur Aufstellung eines hinlänglich weit entfernten Mittagszeichens..."

Meridian bedeutet in der Astronomie: ein Punkt am Himmel, an dem man Planeten und andere Sterne im Verlauf des Tages in der größten Entfernung von der Erde aus sehen kann. Damit man sein Teleskop richtig aufstellen kann, braucht man eine Markierung in ausreichender Entfernung vom eigenen Standort: einen Meridianstein, von Goethe „Mittagszeichen“ genannt.

Einen solchen Meridianstein sehen Sie im Garten zwischen der Jenaer Sternwarte und dem Schillerhaus. Er ist ungefähr einen Meter hoch und hat ein auffälliges, schachbrettartiges Muster, das man aus großer Entfernung mit dem Teleskop gut sehen kann. Dieser Meridianstein ist heute ein wichtiges Objekt der Astronomischen Sammlung der Universität Jena.

Ein Teil dieser Sammlung wird aufbewahrt im Gebäude des Astropysikalischen Instituts, das der damalige Direktor der Sternwarte Jena, Ernst Abbe Anfang des 20. Jahrhunderts bauen ließ. Ein anderer Teil der Sammlung befindet sich in der Beobachtungsstation bei Großschwabhausen.
Die Astronomische Sammlung wurde nicht planmäßig angelegt. Sie enthält allerdings einige wertvolle und faszinierende Objekte, zum Beispiel das Herschel-Goethe-Teleskop, mit dem schon Goethe den Nachthimmel über Jena beobachtete.