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Fossilien Bilzingsleben

Prof. Dr. Clemens Pasda
clemens.pasda@uni-jena.de

Bereich für Ur- und Frühgeschichtliche Archäologie
Löbdergraben 24a
07743 Jena

Tel.: +49 (0)3641 9-44895
Fax: +49 (0)3641 9-44892

nicht öffentlich – nur nach Voranmeldung

Fossilien Bilzingsleben

Sammlung der Forschungsstelle Bilzingsleben

Der Ort Bilzingsleben im Landkreis Sömmerda ist in der Paläontologie – also der Forschung und Wissenschaft zu urzeitlichen Lebenswelten - in ganz Europa wichtig. Der ehemalige Steinbruch »Steinrinne« in der Nähe des Ortes ist seit fast 200 Jahren dafür bekannt, dass man dort unterschiedliche Fossilien findet. Mit Hilfe der Ausgrabung dieser versteinerten Reste von Pflanzen und Lebewesen kann man dort den Zeitraum vor ungefähr 300.000 Jahren sehr gut untersuchen. Zu dieser Zeit gab es auf der Erde eine wärmere Phase zwischen zwei Eiszeiten, welche die Forscherinnen und Forscher »pleistozänes Interglazial« nennen.

Prof. Dietrich Mania lehrte an Universität Jena und forschte von Ende der 1960er bis in die 1990er Jahre in Bilzingsleben und fand dabei zum Beispiel auch versteinerte Überreste von menschlichen Knochen aus der Frühzeit. Er begründete mit seinen Ausgrabungen die Sammlung Bilzingsleben, die heute Eigentum des Freistaats Thüringen und des Landes Sachsen-Anhalt ist. Das gilt genauso für die Fundstücke aus aktuellen Ausgrabungen. Die Auswertung der Sammlung und die Forschung dazu werden an der Universität Jena fortgeführt.
Das führt immer wieder zu bedeutenden Entdeckungen:
Als wissenschaftliche Sensation gilt der Fund eines Teils eines menschlichen Unterkieferknochens, der im Jahr 2000 zum ersten Mal an der Friedrich-Schiller-Universität gezeigt wurde. Dieser Knochenrest ist gut 3 cm hoch und 8 cm lang und gehört zu einem ungefähr 370.000 Jahre alten »Homo erectus bilzingslebensis«: Das war eine frühe Form des Menschen, der bereits aufrecht ging und zum Beispiel bei der Jagd Waffen benutzte, die er extra dafür herstellte.