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Myo-Salvarsan, 1945 (Foto Hannah Bayer)

Ein Mittel gegen die Syphilis: Der Durchbruch der Chemotherapie

01.05.2020

Der Mediziner Paul Ehrlich war ein berühmter Wissenschaftler.
Er lebte von 1854 bis 1915.
Er hat sich mit Immunologie beschäftigt.
Bei Immunologie geht es darum,
wie der Körper Krankheiten abwehren kann.
Für seine Arbeiten zur Immunologie bekam er 1908 den Nobelpreis.
Paul Ehrlich machte auch Untersuchungen an Farbstoffen.
Dabei hat er auch den Weg freigemacht
für die Synthese von Salvarsan.
Paul Ehrlich war so der Begründer der Chemotherapie.
Salvarsane waren die ersten Medikamente für die Chemotherapie.
Bei einer Synthese wird aus einem Stoff oder Element
ein veränderter oder neuer Stoff.

Salvarsan bedeutet: Ein Arsen, was heilt.
Arsen ist ein Element aus der Chemie.
Ab 1910 haben die Farbwerke Hoechst die Arsenverbindung Salvarsan hergestellt.
Salvarsan wurde als Medizin gegen die Krankheit Syphilis benutzt.

Syphilis ist eine sehr ansteckende Krankheit.
Man nennt das auch Infektionskrankheit.
Sie hat sich sehr schnell verbreitet in der Bevölkerung.
Viele Menschen starben daran.

Mit dem neuen Medikament wurde die Krankheit erfolgreich bekämpft.
Bis 1928 wurden die Syphilisfälle sehr viel weniger.
Das Salvarsan wurde immer weiter verbessert und es entstanden noch andere Medikamente daraus.
Das nennt man auch Derivate.
Derivate ist ein anderes Wort für Abwandlungen.
Die Medikamente halfen,
aber es gab viele gefährliche Nebenwirkungen.
Darum wurden die Medikamente immer weiterentwickelt.

Das Objekt des Monats ist eines dieser Medikamente.
Es heißt Myosalvarsan.
Dieses hier wurde 1945 hergestellt.
Es ist ein Derivat von Salvarsan.
Das Medikament wurde aber schon 1926 entwickelt.
Bevor Patienten Medikamente bekommen,
müssen die Medikamente getestet werden.
Das dauert sehr lange und es gibt viele Untersuchungen.

Das Myosalvarsan ist ein gelbes in Wasser lösliches Pulver.
Der Patient bekam das Medikament mit einer Spritze.
Es wurde aber nicht mehr in die Blutbahn gespritzt.
Es wurde in den Muskel oder unter die Haut gespritzt.
Dadurch wirkte es anders für den Patienten.
Die Wirkung war langsamer und hielt länger an.
Wenn man das Medikament nicht richtig angewendet hat, konnte der Patient sterben.
Nur ein Arzt durfte es den Patienten geben.
Für sie gab es einen Beipackzettel.
Also eine genaue Anleitung für den Arzt für das Medikament.

Darin stand:

  • Für was ist das Medikament?
  • Wieviel wird gegeben?
  • Wann darf das Medikament nicht gegeben werden?
  • Wie wird das Medikament zubereitet?
  • Wie wird das Medikament gegeben?

Im Beipackzettel wurde auch für andere Medikamente von der Firma Werbung gemacht.
Zum Beispiel für die Nebenwirkung Kopfschmerzen: Werbung für ein Kopfschmerzmittel.
Im Beipackzettel standen sehr wichtige Hinweise für den Arzt:

  • Für jeden Patienten eine frische Lösung herstellen
  • Das Medikament wird nicht in die Blutbahn gespritzt, sondern in den Muskel oder unter die Haut
  • Der Arzt musste prüfen, ob das Medikament gut vertragen wurde

So wurde das Medikament vorsichtiger angewendet und es gab weniger Todesfälle bei den Patienten.
Das war ein Grund, warum das Medikament sehr erfolgreich wurde. Medikamente wurden sicherer für die Patienten.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Salvarsane durch die Antibiotika ersetzt.
Trotzdem unterstützten die Salvarsane den Siegeszug der Chemotherapie in der Medizin.