Kunstsammlung

Kunsthistorisches Seminar und Kustodie

Die Kustodie betreut die Denkmäler und den Kunstbesitz der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Die bereits im 16. Jahrhundert gegründete Kunstsammlung umfasst weit über 1.300 Gemälde, Grafiken, Skulpturen, Universitätsmedaillen und andere kunsthandwerkliche Gegenstände. Es ist ein besonderer Brauch an der Universität Jena, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Kunstwerke der Kustodie zur Ausgestaltung ihrer Diensträume leihweise zu überlassen. Außerdem verwahrt die Kustodie die Universitätsinsignien und die Talare für akademische Festveranstaltungen.
Zu den zentralen Objekten der Sammlung zählen eine Bildnisreihe Jenaer Professoren aus fünf Jahrhunderten, Monumentalgemälde bedeutender Künstler wie Ferdinand Hodler, Ludwig von Hofmann und Erich Kuithan sowie Sulpturen u.a. von Auguste Rodin. In der Kunstsammlung sind auch Beispiele moderner Kunst von Frank Stella, Imi Knoebel, Emil Schumacher u.a. vertreten.



Weigel auf dem Dach seines Hauses

M 81_Prof. Weigel auf dem Dach seines Hauses Foto: Friedrich-Schiller-Universität Jena: Kustodie
Zugehörige Sammlung:
Kustodie
Inventarnummer:
M 81
Klassifikation:
Malerei
Objekttyp:
Gemälde
Künstler:
Liebermann, Ernst
Datierung:
1909
Maße:
Gesamt: Höhe: 155 cm; Breite: 196 cm
Material:
Leinwand
Holz
Technik:
Öl
Bemerkung:
Historienbild des Künstlers Ernst Liebermann: Weigel auf dem Dach seines Hauses, aus dem Jahr 1909.

In dem Historienbild von Ernst Liebermann (1869-1960) spielt das Geschehen in luftiger Höhe: Auf dem Dach eines Hauses ist in der linken Bildhälfte eine Dreiergruppe um einen Globus gruppiert und gibt so den Blick in die nächtliche Landschaft mit Stadtarchitektur frei.

Zentrale Gestalt der Personengruppe ist die stehende Figur Erhard Weigels (1625-1699), welche durch Blick und Redegestus in direkten Kontakt zum Betrachter tritt. Die ihm untergeordneten Studenten sind den Ausführungen ihres Lehrer aufmerksam zugewandt bzw. dem Fingerzeig Weigels folgend über den Globus gebeugt.

Die so lebendig erscheinende Lehrstunde wird durch den en face gezeigten Weigel etwas gebrochen. Sein Porträt rekurriert auf eine Darstellung aus dem Jahr 1655 aus der Reihe der Professorenbildnisse der Universität Jena. Zugleich wendet er sich aber auch dozierend an den Betrachter und gibt dem wissenschaftsgeschichtlich bedeutsamen Geschehen auf dem heute nicht mehr existierenden Weigelschen Wohnhaus in der Altstadt westlich der Stadtkirche St. Michael einen überzeitlichen Ausdruck.

Das Historienbild des Thüringer Malers und Grafikers Liebermann geht zusammen mit vier weiteren Gemälden auf eine Spende ehemaliger Studenten zurück und sollte ursprünglich in dem Neubau der Universität präsentiert werden. Das großformatige Kunstwerk würdigt sowohl die mathematische als auch die astronomische Forschungsleistung Weigels und die Bedeutung der so genannten Weigel-Zeit für die Geschichte der Salana und erhält heute im Konferenzraum der Physikalisch-Astronomischen Fakultät einen der Bildaussage gebührenden Präsentationsort.
Abbildungsrechte:
FSU Jena: Kustodie