Classical antiquities

Collection of classical antiquities

Diese repräsentative akademische Sammlung vereint Stücke aus allen wesentlichen klassisch antiken Kunstlandschaften. Sie wird ergänzt durch einige – auch international – herausragende Sammlungskomplexe, so z.B. des italienischen Sammlers Cavaliere Giovanni Pietro Campana (Attische Vasen, etruskische Keramik), Ankäufe des Jenaer Altphilologen Carl Wilhelm Göttling (Jenaer Maler, Weihgeschenke aus Olympia, Bronzen) und weitere überragende Einzelobjekte (Kultgefäß mit Hirschprotomen).

Seit 1846 war sie zusammen mit einer umfangreichen Sammlung von Gipsabgüssen antiker Plastik Teil des Archäologischen Museums der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Dieses überstand zwar nahezu unbeschadet den 2. Weltkrieg, wurde aber 1962 aus Raumnot aufgelöst.

Heute wird Sammlung regelmäßig in die Lehrveranstaltungen des Lehrstuhls für Klassische Archäologie eingebunden. Student*innen erhalten dadurch die Möglichkeit zur Arbeit mit Originalen. Im Rahmen von Übungen, Praktika und studentischen Abschlussarbeiten werden immer wieder Teile der Sammlung wissenschaftlich bearbeitet und z.T. erstmals publiziert.

Brettidol

belonging collection:
Sammlung Antiker Kleinkunst
inventory number:
T 013
classification:
Religion/Glaube
objecttype:
Bildwerk
date:
Mitte 6. Jh. v. Chr.
dimension:
Gesamt: Höhe: 18 cm
material:
Ton: fein, ockerfarben
technique:
frei geformt
gebrannt
bemalt
comment:
Der Körper dieses Idols besteht aus einem flachen, brettartigen, leicht nach hinten gebogenen Rumpf, der nach unten zu einem ovalen Standring ausschwingt und, nach oben schmaler werdend, in einen Kopf ausläuft, der lediglich durch eine große, dreiecksartig nach vorn gezogene Nase und zwei durch einfache Punkte aufgemalte Augen gekennzeichnet ist. Auf dem Kopf trägt die Figur einen sich konisch nach oben erweiternden Polos mit Tupfenbemalung, der auf der Stirn in eine große, aufgerollte Volute übergeht. Zwei plastisch aufgesetzte, breite Haarsträhnen fallen rechts und links unter dem Polos hinab über die Schultern, eine dritte hängt über den Rücken. Die Arme sind lediglich als Stümpfe ausgebildet. In der Mitte des Körpers ist ein dunkles, umlaufendes Band aufgemalt, an das auf der Vorderseite zwei senkrechte, mit Gittermuster gefüllte Ornamentbänder ansetzen. In Höhe des "Halses" ist eine Kette mit Anhänger aufgemalt, der als Blüte, Mohnkapsel oder Granatapfel gedeutet wird und auf den Fruchtbarkeitsaspekt oder den chtonischen Charakter der Figur anspielen könnte. Die aufgrund von Fundkontexten sicher ins 6. Jh.v.Chr. zu datierenden, bewusst altertümlichen Idole greifen zurück auf die stilisierten Formen der geometrischen Epoche und sind in großer Zahl in den Gräbern Böotiens gefunden worden. Vermutlich stellen sie Göttinnen (Demeter, Hera?) dar, die man den Verstorbenen zu Schutz und Beistand mit ins Grab legte.
image rights:
Friedrich-Schiller-Universität Jena