Photographs ancient world

Photographic archive of the Chair of Classical Archaeology

Die umfangreiche Sammlung wurde seit der Gründung des archäologischen Museums der Universität im Jahr 1846 zu Lehrzwecken aufgebaut. Sie umfasst kleinformatige Diapositive und eine historische Großdiasammlung. Besonders hervorzuheben sind u.a. Großdias aus dem Nachlass des Theologen Hans Lietzmann (Professor für Kirchengeschichte in Jena 1905-1923) mit Privataufnahmen seiner Reisen nach Syrien, Palästina und Griechenland.

Hinzu kommen Ankäufe von Aufnahmen des Kunsthistorikers und Fotografen Dr. Franz Stoedtner (1870-1944), der in Berlin das 1895 gegründete "Institut für wissenschaftliche Projektion" mit einem Verlag für Lichtbilder betrieb. Ergänzt wird die Sammlung durch Skizzen und Stiche aus der Zeit des 16. bis zum Beginn des 20. Jh., u.a. aus dem Nachlass des deutsch-franzsischen Archäologen, Altertumsforschers und Sammlers Wilhelm Froehner (1834-1925).

Die Sammlung zeichnet sich vor allem durch ihren dokumentarischen sowie archäologischen und kunsthistorischen Wert aus. Besonders wertvoll sind Aufnahmen von heute veränderten oder nicht mehr existierenden Monumenten und Ansichten.

temple of Theseus

photo: Eva und Klas Winter
belonging collection:
Dia- und Fotothek des Instituts für Klassische Archäologie
inventory number:
AW 38
classification:
Fotografie
objecttype:
Fotografie
artist:
Robertson, James
place of manufacture:
Griechenland
date:
vor 1858
technique:
Negativverfahren
comment:
Die Stübelsche Sammlung umfasst ferner eine Ansicht des Hephaisteions von Nordwesten. Wie im Fall des Parthenon versucht Robertson, den Tempelbau exakt über Eck ins Bild zu setzen, um dessen immense Größe bzw. räumliche Ausdehnung dem Betrachter vor Augen zu führen. Die relativ kurzen Schatten weisen darauf hin, dass für die Aufnahme die Mittagszeit gewählt wurde. Hier arbeitet er mit einer längeren Brennweite, so dass eine relativ geringe Tiefenschärfe erzielt und Randunschärfen vermieden werden: Wie auch bei zahlreichen anderen Architekturaufnahmen bemüht sich
Robertson, dessen Signatur sich invers im unteren Drittel des rechten Bildbereiches befindet, um die Isolierung des Hauptmotivs. Ebenso wie für die Aufnahmen von Parthenon und Propyläen erfolgt die Ausrichtung anhand der Mittelachsen der Säulen, um die Architektur nicht zu verkanten. Vor der Ruine angeordnete Personengruppen dienen dem Betrachter als Größenvergleich. Der Titel »temple of Theseus« erscheint in Miniaturschrift in einer Freifläche unterhalb der südwestlichen Ecksäule. Die Gegenüberstellung mit dem negativgleichen Salzpapier-Abzug, der sich im Getty Album befindet, zeigt, dass diesem erneut der Titel fehlt sowie das Bild im unteren Bereich nicht beschnitten wurde.
(Text: Eva und Klas Winter)
image rights:
Friedrich-Schiller-Universität Jena