Aus der Dia- und Fotothek des Instituts für Klassische Archäologie:
Choragic Monument of Lysicrates, vor 1858

Prof. Dr. Eva Winter
eva.winter@uni-jena.de

Institut für Altertumswissenschaften
Fürstengraben 1
07743 Jena
Deutschland
Tel. +49 (0) 3641 944820

nicht öffentlich -

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Ein Monument des Siegers

01.07.2017
Die umfangreiche Dia- und Fotothek des Instituts für Klassische Archäologie wurde seit der Gründung des archäologischen Museums der Universität im Jahr 1846 zu Lehrzwecken aufgebaut. Die Sammlung zeichnet sich vor allem durch ihren dokumentarischen sowie archäologischen und kunsthistorischen Wert aus. Besonders wertvoll sind Aufnahmen von heute veränderten oder nicht mehr existierenden Monumenten und Ansichten. Ein besonderer Schatz der Sammlung sind Fotografien des antiken Athens von James Robertson. Das neueste Heft der Zeitschrift "Fotogeschichte" präsentiert u.a. die hier vorgestellte Aufnahme des Lysikrates-Monumentes:

Choragic Monument of Lysicrates, Inv-Nr: AW 39
Robertson, James, vor 1858, Negativverfahren

"Die Südwestseite des Lysikrates-Monumentes zeigt ein Abzug, den Robertson invers im unteren linken Bildbereich signierte. Umgeben von den nach dem griechischen Unabhängigkeitskrieg zerstörten Kapuzinerkloster und Schuttbergen im Zentrum der Altstadt Athens, erhebt sich der nahezu unversehrte antike Rundbau. Die Aufnahme mit einem Porträtobjektiv führt zu einer geringen Tiefenschärfe und Randunschärfen, so dass sich das zylindrische Gebäude deutlich von seiner optisch unruhigen, ungeordneten Umgebung abhebt. Der Aufnahmezeitpunkt am späteren Nachmittag lässt Teilbereiche der umliegenden Bebauung in dunklen Schatten versinken, während das Rundmonument im Bildzentrum hell hervortritt. Der Blick des Betrachters wird zusätzlich gelenkt durch zwei in der Bildmitte, vor dem Monumentsockel platzierten Personen in der zeitgenössischen Tracht der Palikaren. Beide sitzen bzw. sind stehend so an dasMonument gelehnt, dass Bewegungsunschärfen trotz der langen Belichtungszeit weitgehend vermieden wurden. Vermutlich aufgrund des geringen möglichen Aufnahmeabstandes von maximal 10 m erscheint das in leichter Unteransicht fotografierte Gebäude, das erneut entlang der Säulenmittelachsen ausgerichtet wurde, etwas verkantet.
Auch das Getty Album enthält einen Abzug vom selben Negativ: Ausschnitt und Format beider Abzüge sind identisch, hingegen fehlt erneut letzterem der Bildtitel des Stübel-Abzuges, der in der unteren linken Bildecke »Choragic Monument of Lysicrates« angibt."

(Text Eva und Klas Winter)