Aus der Botanischen Lehrsammlung: Sauerkirsche, Rittersporn, Schierling, Wacholder und Hainbuche (Foto FSU Jena)

Blüten zum Anfassen

06.06.2019
Die Universität Jena beherbergt und betreut über 40 wissenschaftliche Sammlungen mit Objekten, die der Ausbildung junger Wissenschaftler und der Forschung dienen, aber auch attraktive Leihgaben für Ausstellungen sind.
In den vergangenen Jahren hat sich eine erfolgreiche Kooperation mit dem Studiengang Konservierung und Restaurierung an der FH Erfurt entwickelt.
Objekte aus sechs Universitätssammlungen der Ausstellung wurden im Rahmen von studentischen Abschlussarbeiten sowie weiterführenden Auftragsarbeiten von AbsolventInnen der FH Erfurt wissenschaftlich bearbeitet und restauriert.

Die Sammlung von 56 Blütenmodellen der Firma Robert Brendel ist ein zentraler Bestandteil der Botanischen Lehrsammlung und wurde zwischen 1885 und 1925 angekauft.
Die naturgetreu abgebildeten und vergrößert dargestellten Blüten verschiedener Pflanzen bestehen aus einer Vielzahl von Materialien (Holz, Papier, Textil, Metall, Gips, Kreide, Farbmittel, Pflanzenfasern, Glas und Federn). Diese Modelle finden seit rund hundert Jahren als Anschauungsmaterial Verwendung in der Morphologie, der Lehre von der äußeren Gestalt der Pflanzen.
Hauptsächlich sind die entstandenen Schäden auf die häufige Nutzung und fragile Bauweise zurückzuführen. Ausgewählte Objekte wurden gereinigt, Altrestaurierungen entfernt, Holzbrüche an dünnen Staubfäden der Modelle Sauerkirsche, Rittersporn und Hainbuche verklebt und Drähte zurückgeformt. Risse und unzugängliche Brüche an Blütenblättern des Schierlings und der Sauerkirsche, aus Papiermaché und Textil, wurden geklebt und die Farbschicht gefestigt. Brüche an den massiven Gipselementen der Samenkapseln des Wacholders sind nach der Reinigung mit Kunstharz verklebt worden.
Vorschläge zum sorgsamen Umgang mit den Modellen sollen dazu beitragen, die Objekte in Zukunft ohne Schäden in der Lehre nutzen zu können.

Julia Echner: Die Blütenmodelle der Firma Robert Brendel aus der Lehrsammlung des Instituts für Spezielle Botanik der Friedrich-Schiller-Universität Jena - Bestands- und Zustandserfassung, Erstellen eines Maßnahmenkonzepts. (FH Erfurt, Masterthesis, 2018).

Diese und andere restaurierte Objekte sind noch bis 28. Juni 2019 in der Sonderausstellung "Gold & Kupferblau" zu sehen | Geschlossen am Montag 10. Juni 2019 | Ausstellungskabinett UHG E 0025, Fürstengraben 1, 07743 Jena | Mo-Fr 11:00 - 16:00 | Eintritt frei | Barrierefrei (Eingang Fürstengraben)