Aus der Sammlung des Ernst-Haeckel-Hauses Jena: Schöpfungshut Ernst Haeckels, undatiert (Foto Sebastian Kolberg)

Haeckels Hut

05.04.2019
Der große schwarze Schlapphut ist ein Erkennungsmerkmal Ernst Haeckels, das schon in zeitgenössischen Karikaturen, wie z.B. in den „Lustigen Blättern“ aufgegriffen wurde. Es gibt zahlreiche Fotos, auf denen er mit einem solchen Hut abgebildet ist; besonders bekannt ist ein Foto, das Haeckel im Jahr 1904 beim Aquarellieren am Strand von Rapallo zeigt.
Sein Neffe Heinrich Haeckel berichtet: »Sehr gelungen war es auch, zur Zeit der letzten Pariser Weltausstellung mit ihm über die Boulevards zu gehen und die erstaunten Augen der zylindertragenden, eleganten Menschheit zu sehen, wenn sie der hohen Gestalt in grauer, einfacher, kurzer Joppe und dem mächtigen, breitkrempigen Schlapphut nachblickten – „Schöpfungshut“ wurde er in Jena genannt, da ein Hutmacher in Österreich und begeisterter Verehrer der „Schöpfungsgeschichte“ ihm alljährlich ein Prachtexemplar dieser Gattung schenkte.« (vgl. Heinrich Haeckel: Persönliche Erinnerungen an Ernst Haeckel. In: Heinrich Schmidt (Hg.): Was wir Ernst Haeckel verdanken. Bd. 2. Leipzig 1914, S. 383-390; hier S. 389).

„Schöpfungshut“ (undatiert), Filz mit Schweißband aus Leder
Maße: 42 x 45 x 15 (Länge x Breite x Höhe in cm)

Der berühmte „Schöpfungshut“ Ernst Haeckels, der mit Unterstützung der Thüringer Staatskanzlei aufwendig restauriert wurde, wird derzeit in der Sonderausstellung „Haeckel on stage in Jena“ gezeigt, die bis zum 8. September 2019 aus Anlass des hundertsten Todestages des berühmten Zoologen und Evolutionsbiologen im Stadtmuseum Jena zu sehen ist.

Dr. Thomas Bach