Hinweis: Um die korrekte Darstellung der Seite zu erhalten, müssen Sie beim Drucken die Hintergrundgrafiken erlauben.
Aragonit (Ca[CO3]) in zwei Generationen auf Azurit und Malachit, Großtagebau Kamsdorf (Foto J.-P. Kasper, Universität Jena)
Aus der Mineralogischen Sammlung: Aragonit (Ca[CO3]) in zwei Generationen auf Azurit und Malachit, Großtagebau Kamsdorf

Strahlender Stern auf tiefem Blau

01.03.2020

Im Saalfeld-Kamsdorf-Könitzer Bergbaurevier wird bereits seit mehr als 2000 Jahren Bergbau betrieben. Funde von kupferhaltigen Schlacken und entsprechende Artefakte weisen auf erste Bergbauspuren in vorchristlicher Zeit. Der Abbauschwerpunkt lag dabei auf den kupferhaltigen Mineralen; dieser Kupferreichtum ist bis heute durch die Sekundärminerale Azurit und Malachit sehr deutlich - auch oberflächennah - zu erkennen.

Neben Silber- und Kobalthaltigen Mineralen wurde im Mittelalter der hohe Eisengehalt der Kalksteine immer interessanter. Besonders die gesteinsbildenden Minerale Calcit und Aragonit sind gerne in Eisenhydroxid/Eisenoxid reichen Gemengen (als Limonit bezeichnet) anzutreffen. Diese Eisenoxide wurden im Übrigen in Thüringen, wie auch die Kupferkarbonate, als Farbpigmente über Jahrhunderte verwendet.

Der Tagebau Kamsdorf zählt unter Sammlern wegen seiner Mineralfunde, bedingt durch den aktiven Abbau, zu den beliebten Sammlerrevieren in Thüringen. Im Tagebau wird heute  eisenschüssiger Kalkstein für die Stahlindustrie abgebaut. Ebenso als Schottermaterial, wie auch die im Tagebau anstehende Grauwacke, ein feldspatreiches Sedimentgestein.

Mit der Sonderausstellung „Die Lagerstätte Kamsdorf und ihre Minerale“ in der Mineralogischen Sammlung  werden 200 Jahre Fundgeschehen präsentiert.  Zu den klassischen Funden aus der Zeit zwischen 1850 und 1880 gehört die abgebildete Stufe von Aragonit auf Azurit und Malachit. Gemeinsam mit 14 weiteren Stufen ist ihr Eingang in die Jenaer Sammlung wie folgt im Katalog vermerkt: „Petrefakten und Mineralien, welche vom Professor Dr. E. Schmid auf einer Commissionsreise nach Pößneck und Kamsdorf im Oktober 1860 für das Großherzogliche mineralogische Museum gesammelt oder angekauft worden.“

Die abgebildete Stufe diente als Titelbild für die 1989 herausgegeben Broschüre über die Mineralogische Sammlung in Jena. Anlass der Broschüre war die Wiedereröffnung des Museums nach 45 Jahren Pause im Oktober 1989.
 

Mineralogischen Sammlung
Aragonit (Ca[CO3]) in zwei Generationen auf Azurit und Malachit, Großtagebau Kamsdorf.
Inv.Nr. 24130, alte Inv.Nr. 1860.184; 11 x 6.5 x 4 cm

Dr. Birgit Kreher-Hartmann